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Reihe Antike Historiker: Antikes Griechenland

Wie antike Historiker ihre Welt gesehen haben

Bisher enthalten: Herodot | Thukydides | Plutarch


HERODOT (*490/480 v.Chr.; +um 430/420 v.Chr): Historien

Leben


Die nachfolgende Darstellung (nicht die Inhaltsangabe) beruht auf dem ausführlichen Wikipediaartikel „Herodot“.


Cicero prägte für Herodot von Halikarnassos (heute Bodrum in der Türkei) den Begriff „Vater der Geschichtsschreibung“. Er war aber zugleich auch Geograph und Völkerkundler. Er unternahm nach eigener Aussage selbst ausgedehnte Reisen. Die dort gesammelten Eindrücke flossen in sein Werk ein. Er starb während des Peloponnesischen Krieges in Thurioi im Golf von Tarent, wo er sein Werk vollendet hatte.

Werk

Das Werk entstand im 5.Jh. v.Chr. und wurde im 2.Jh. v.Chr. in neun Bücher unterteilt, die nach Musen benannt wurden. Es schildert den Aufstieg des Perserreiches im 6. Jh. v.Chr. und die Perserkriege des 5. Jhs., für die er die zentrale Quelle ist. Aber er wirft auch einen Blick auf Ägypten. Im Zusammenhang etwa mit der Schilderung der Zusammensetzung des Perserheeres werden viele volkskundliche Informationen geliefert.

Quellenwert

„Über die Frage der Glaubwürdigkeit des Herodot herrscht bereits seit antiken Zeiten Uneinigkeit. Plutarch schrieb rund 450 Jahre später einen Traktat, in dem er ihn als Lügner verurteilte. In der neueren Forschung sehen die einen in ihm einen methodisch für seine Zeit erstaunlich gut arbeitenden Berichterstatter, andere meinen, er habe vieles frei erfunden und täusche Augenzeugenschaft nur vor. Bis heute hat sich dazu in der Forschung keine einheitliche Meinung herausgebildet.

Der Quellenwert der Historien ist folglich anhaltend umstritten.“ (Wikipediaartikel Herodot)


Wirkung

Niveau und Stil seiner Historien wirkten in der antiken Geschichtsschreibung bis hin zu Prokop in der Spätantike nach. Sein unmittelbarer Nachfolger wurde Thukydides.

Inhaltsangabe und Links zum Werk

Ausführliche Inhaltsangabe und Links zum Werk in Frakturschrift | Fassung vom 13.04.2026


THUKYDIDES (*vor 454 v.Chr.; † wohl zwischen 399 v. Chr. und 396 v. Chr.): Geschichte des Peloponnesischen Krieges

Leben, Werk und Wirkung nach Wikipediaartikel Thukydides

Leben

Man weiß wenig über sein Leben. 430 erkrankte er an der Attischen Seuchen (Pesr?). Kimon, der Sohn des Militiades, des Siegers von Marathon, war laut Plutarch mit ihm verwandt.

424 v.Chr. wurde er Athenischer Stratege, besaß also eigene  politische und militärische Erfahrung und gehörte zur athenischen Oberschicht. Weil er die Einnahme der Stadt Amphipolis durch die Spartaner als Stratege nicht verhindern konnte, wurde er für 20 Jahre aus Athen verbannt. Ob er während seiner Verbannung Reisen unternahm, die es ihm erlaubten, an für sein Werk wichtige Informationen zu gelangen, ist möglich, aber nicht ganz klar.

Er verfügte über Besitzungen und Goldbergwerke in Thrakien, war also finanziell unabhängig und konnte sich seinen historischen Studien widmen.

Werk

„Seine bis heute ungemein einflussreiche Geschichte des Peloponnesischen Krieges (der Originaltitel ist nicht überliefert) blieb zwar unvollendet, begründete aber in methodischer Hinsicht eine dem Ideal neutraler Wahrheitssuche verpflichtete Geschichtsschreibung, die einem objektiv-wissenschaftlichen Anspruch genügen will.


Thukydides ist einer der bedeutendsten antiken griechischen Historiker.“ (Wikipediaartikel Thukydides)

Im so genannten Methodenkapitel (1.22) schreibt er: „Was aber tatsächlich geschah in dem Krieg, erlaubte ich mir nicht nach Auskünften des ersten besten aufzuschreiben, auch nicht «nach meinem Dafürhalten», sondern bin Selbsterlebtem und Nachrichten von andern mit aller erreichbaren Genauigkeit bis ins einzelne nachgegangen. Mühsam war diese Forschung, weil die Zeugen der einzelnen Ereignisse nicht dasselbe über dasselbe aussagten, sondern je nach Gunst oder Gedächtnis.“

(zit. aus Wikipediaartikel Thukydides)

„Zum Zuhören wird vielleicht diese undichterische Darstellung minder ergötzlich scheinen; wer aber das Gewesene klar erkennen will und damit auch das Künftige, das wieder einmal, nach der menschlichen Natur, gleich oder ähnlich sein wird, der mag es so für nützlich halten, und das soll mir genug sein: zum dauernden Besitz, nicht als Prunkstück fürs einmalige Hören ist es aufgeschrieben.“ (Ebenda)

Wiederkehrende menschliche Eigenschaften sind bei Thukydides wichtig für den Verlauf der Geschichte. Seine eingebauten Reden von Politikern sind nicht wörtlich zu verstehen, sondern sinngemäß.

Obwohl sein Werk mitten im Satz abbricht, hat er das Ende des Pelopponesischen Krieges sicher überlebt.

Wirkung

Sein Werk war in der Antike Vorbild für viele andere Historiker. Xenophon setzte ihn unmittelbar fort.

Inhaltsangabe und Links zum Werk


Inhaltsangabe und Links zum Werk in Frakturschrift | Fassung vom 05.04.2026



PLUTARCH * um 45 n.Chr. in Chaironeia; † um 125 n.Chr.

Parallele Leben (Biografien von Griechen und Römern, die einander gegenübergestellt werden)

Siehe Reihe Antike Historiker: Römische Geschichte



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