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Reihe Antike Historiker: Spätantike


Prokopios von Caesarea (* um 500 in Caesarea Maritima im heutigen Israel, † um 560 in Konstantinopel)

Die vorliegende Darstellung ist eine kurze Zusammenfassung des ausführlichen Wikipediaartikels „Prokopios von Caesarea“. Wer mehr Details will, orientiert sich dort.

Bedeutendster spätantiker Historiker für das 6. Jh. n.Chr. ist Prokop.

Antikes Geschichtswerk, Sachbuch. Ab der Oberstufe, Studenten des Fachs Geschichte, Erwachsene

Links zu den Büchern (Frakturschrift) befinden sich in den Inhaltsangaben. Perserkriege bei Kindle erhältlich. Gedruckte und kommentierte Ausgaben, z.B. bei Tusculum, teuer, deshalb vielleicht besser Fernleihe in der Stadtbücherei.

Leben

Prokop stammte aus einer gehobenen hellenisierten Familie, verfügte über eine rhetorische und juristische Ausbildung und war von 527 - 540 oder 542 Rechtsbeistand des oströmischen Feldherrn Belisar, den er auf seinen Feldzügen begleitete.


Werk

Prokop verfasste in griechischer Sprache eine Kriegsgeschichte zu den Kriegen Justinians: die Historien. Inhaltsangaben dazu siehe unten. 


Stilistisch orientiert sich Prokop an Herodot und Thukydides. Er bringt auch Exkurse, etwa zur Justinianischen Pest und zum Nika- Aufstand.Neben den Historien verfasste er ein Werk „Bauten“ Justinians sowie die „Anekdota“, eine Geheimgeschichte.

Quellenwert

Aufgrund seiner Stellung bei Belisar und seiner Teilnahme an dessen Feldzügen, wegen seiner Zugriffsmöglichkeiten auf Dokumente und wegen seiner Bekanntschaft mit Akteuren und Zeitzeugen wird der Quellenwert der Historien als hoch eingeschätzt. Seine Angaben zu fremden Völkern dagegen gelten heute als weniger zuverlässig.

Die Anekdota dagegen sind völlig anders geschrieben. Als Schmähschrift und Skandalgeschichte gegen Justinian und Theodora sind die Anekdota mit großer Vorsicht zu genießen. Sie zeichnen ein völlig anderes Bild von den beiden als die Historien, was in der Forschung zu vielen Fragen geführt hat.

Wikipedia urteilt insgesamt: „Auch in der modernen Forschung wird sein (Prokops) Quellenwert in der Regel als sehr hoch veranschlagt. So beruht unser Bild der Zeit Justinians nach wie vor ganz wesentlich auf Prokops Darstellung, obwohl man sich in jüngster Zeit etwas von seinem Werk zu lösen versucht. Prokops Werk ist nach wie vor eine der am intensivsten ausgewerteten und erforschten Quellen zur Spätantike.“ (Wikipediaartikel „Prokopios von Caesarea)

Nachwirkungen

„Prokops Werk wurde von Agathias fortgesetzt, dieser von Menander Protektor, an den wiederum als letzter spätantiker Historiker Theophylaktos Simokates anknüpfte. Damit endete zu Beginn des 7. Jahrhunderts dann auch in Ostrom die Tradition der antiken Historiographie.“ (Ebenda)

Inhaltsangaben

Links zu den Büchern (Frakturschrift) befinden sich in den Inhaltsangaben.



Ammianus Marcellinus (*um 330 - + um 395 (spätestens 400) n.Chr.

Bedeutendster Geschichtsschreiber für das 4. Jh., n.Chr., bedeutendster spätantiker Geschichtsschreiber neben Prokop von Cäsarea

Antikes Geschichtswerk, Sachbuch

Ab der Oberstufe, Studenten des Fachs Geschichte, Erwachsene
Günstige Kindle Ausgabe erhältlich

Leben

Geboren wurde er vermutlich in Antiochia am Orontes, gestorben ist er vermutlich in Rom. Er diente jahrelang in der Armee als Soldat unter General Ursicinus unter den Kaisern Constantius II. und Julian.


Werk

Er war nach eigener Aussage Grieche, schrieb sein Geschichtswerk aber in lateinischer Sprache in der Tradition der klassischen antiken Geschichtsschreiber. Sein Werk Res Gestae ist in großen Teilen erhalten, nur die Bücher 1 - 13 sind leider verloren. Buch 14 - 31 dagegen sind erhalten und bilden die wichtigste Quelle für das 4. Jh. n.Chr.. Die erhaltenen Abschnitte behandeln die Jahre von 353 bis 378. 378 ist das Jahr der Schlacht von Adrianopel gegen die Goten, die größte Niederlage der Römer seit Cannae. Kaiser Valens verlor darin sein Leben. Ammianus erfasst also die beginnende Völkerwanderungszeit.


Man erfährt bei Ammianus über Usurpatoren, Bürgerkriege,, Kriege gegen Germanen (Alamannen, Franken, usw.) und Perser, Spannungen zwischen Christen und Heiden, Religion und Religiosität. Man erhält also tiefe Einblicke in die damalige Zeit. Exkurse etwa zu den Hunnen, usw. zeigen die damals übliche römische Denkweise über die Barbaren, usw.  Die Kaiser erhalten jeweils eine eigene Würdigung.


Quellenwert

Sein Werk gilt als sehr zuverlässig, weil er viel von dem, was er in seinem Werk berichtet, selbst erlebt hat. Seine militärische Laufbahn und Stellung kam ihm klar zugute. Er bemühte sich, „sine ira et studio“, also ohne Zorn und Eifer, zu schreiben, also objektiv zu bleiben. Das schließt nicht aus, dass seine Urteile etwa über Kaiser Constantius II. oder über Kaiser Julian dennoch deutlich subjektiv getönt sind. „Der überragende Wert seiner Res gestae für die Erforschung des 4. Jahrhunderts ist dennoch unbestritten.“ (Wikipediaartikel zu Ammianus Marcellinus. Dort detailliertere Informationen.)


Inhaltsangabe

Es gibt eine detaillierte Inhaltsangabe aus Werken von Historikern des 19. Jhs., die es erlaubt, gezielt bestimmte Abschnitte aufzusuchen. Die Frakturschrift des 19. Jhs. wird dabei in die heute gebräuchliche Schrift übersetzt. Heutiger Name und geographische Lage im Text erwähnter wichtiger  römischer Städte im Osten des Reiches werden genannt. Die Exkurse sind farblich gekennzeichnet.




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